Terminkalender

Stellungnahme des bvpv zur geplanten Flüchtlingsunterkunft in Pattonville

Als Bürgerverein Pattonville, der sich seit 20 Jahren für das soziale und kulturelle Miteinander dieses neu gewachsenen Stadtteils einsetzt, finden wir es unbestritten, dass auch Pattonville Flüchtlinge aufnehmen soll und kann. Die Frage ist allerdings, wie dies geschehen soll.

Noch sind die Pläne nicht so festgezurrt, wie es teilweise in der Berichterstattung den Anschein hat. Dennoch steht die Idee im Raum, auf dem Grundstück zwischen Supermarkt und Grünbühl eine Unterkunft für 200-275 Menschen zu bauen. Wir finden, dies würde vor allem bezogen auf Größe und geplante Lage, deutlich hinter dem zurückfallen, was sich andernorts als gute Praxis für Anschlussunterbringungen etabliert und damit eine gute Grundlage für Integration geschaffen hat.

Die geplante Einrichtung ist zu groß, üblicherweise gibt es Einrichtungen in der Anschlussunterbringung mit ca. 50-100 Personen. Die mögliche Lage der Einrichtung ganz am Ortsrand Pattonvilles macht verbunden mit ihrer geplanten Größe die Integration der Menschen nicht wirklich möglich.

Beide Gemeinden, Kornwestheim und Remseck, haben mit ihrem bisherigen Vorgehen bei An-schlussunterbringungen bereits gezeigt, dass sie qualitativ gute Standorte für die Menschen schaffen können: Kleinere Wohneinheiten, verteilt über die Wohngebiete.

Nur für Pattonville soll das jetzt anders sein. Beide Gemeinden scheinen sich darin einig zu sein, jeweils ein maximales Kontingent an Menschen hier ansiedeln zu wollen und schaffen da-mit wider besseres Wissen eine viel zu große Einheit und damit Integrationsprobleme.

Die Flüchtlinge, die in eine Anschlussunterbringung kommen, haben erst einmal ein Bleiberecht und sollten möglich schnell hier in Deutschland integriert werden. Kleine Wohneinheiten sind daher absolut zu bevorzugen. Wenn es dabei bleibt, dass 200 Menschen hier ein neues Zuhause finden sollen, dann müssen mehrere Einheiten verteilt über den Ort entstehen. Das ins Auge gefasste Grundstück kann dann einer von mehreren Standorten sein. Die Standorte sollten von ausreichender Qualität sein, damit man sie ganz im Sinne der Nachhaltigkeit auch später noch sinnvoll nutzen kann, zum Beispiel als Wohnheime für Auszubildende oder Studierende.

Aus Sicht der Bürger und Anlaufstellen hier im Ort, die ja Ansprechpartner für die Ankommen-den sein werden und sein wollen, ist es von besonderer Bedeutung, dass sie von Anfang an in die Planungen miteinbezogen werden. Und dies lange bevor die ersten neuen Bewohner an-kommen. Nur so kann ein erfolgreiches Unterstützungsnetzwerk aufgebaut werden und Integration gelingen. Das zeigen auch die Erfahrungen in anderen Gemeinden.

Wichtig ist dies vor allem, wenn es um eine gelungene Zusammensetzung der Wohngruppen oder um die Klärung der notwendigen Infrastruktur geht (z. B. Kindergarten und Schulen, Sprachkurse, soziale Betreuung vor Ort, Integration in die Sportvereinsgruppen) sowie um den Aufbau eines ehrenamtlichen Unterstützungsnetzwerkes.

Unter der Voraussetzung eines solchen gemeinsamen und rechtzeitigen Vorgehens sind wir als Bürgerverein gerne bereit, uns konstruktiv in die Integrationsarbeit in Pattonville einzubringen. 

Dr. Stephanie Daimer, 1. Vorsitzende Bürgerverein Pattonville

Legetøj og BørnetøjTurtle